Kinder psychisch und suchtkranker Eltern – eine interdisziplinäre Herausforderung
3. September 2026 - 4. September 2026
190,00 €Inhalt: Die psychische Erkrankung eines Elternteils ist ein Risikofaktor für das gesunde Aufwachsen von Kindern. Empirische Befunde sprechen dafür, dass Entwicklungsrisiken für Kinder mit einem psychisch bzw. suchterkrankten Elternteil, wie etwa internalisierende oder externalisierende Probleme, umso höher sind, je jünger sie sind. Zudem besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Frauen rund um die Geburt erstmalig oder erneut psychisch erkranken. Kinder aus Familien mit psychisch oder suchterkrankten Eltern haben ein erhöhtes Risiko, Opfer von Misshandlung, Vernachlässigung oder Missbrauch zu werden.
Angesichts dieser vielfältigen Belastungen geht es darum, unterschiedlichste und breit ausdifferenzierte Hilfen und Leistungen vorzuhalten, und zwar gleichermaßen für die Kinder als auch für deren Eltern. Diese lassen sich gewöhnlich nur interdisziplinär und sektorenübergreifend bzw. durch Zusammenführung von Leistungen aus unterschiedlichen Hilfesystemen fachlich angemessen erbringen. Hierzu gehören insbesondere das Gesundheitssystem, die Kinder- und Jugendhilfe, aber auch Frühförderung oder Schwangerenberatung. Dabei müssen Hilfen und Leistungen über längere Zeit hinweg und auch bei häufig schwankendem Hilfebedarfen lückenlos vorgehalten werden.
Vor dem Hintergrund einer beziehungsbezogenen Perspektive werden die Auswirkungen so genannten dysfunktionalen Elternverhaltens auf die Erlebens- und Verarbeitungsweisen insbesondere von kleinen Kindern beschrieben und mit Videobeispielen illustriert. Ein ökonomisch einsetzbares Screening-Verfahren zur Einschätzung elterlicher Interaktionsqualität wird vorgestellt und Wege in interdisziplinär zusammengesetzte Hilfen und Leistungen vor Ort werden diskutiert.

