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Mentalisierung und Mentalisierungsinformierte Therapie
15. März 2025, 10:00 - 16:00
170,00 € – 190,00 €Inhalt: Mentalisierung, vereinfacht gesagt, die Fähigkeit, sich und andere als mentale Wesen (mit Gefühlen, Absichten, Plänen u.a.m.) zu begreifen, ist maßgeblich für die Entwicklung des Selbst und mithin für gelingende Beziehungen zu sich und anderen. Ein „Fertigkeitenbündel“, dessen Beeinflussung einen zentralen Wirkfaktor in Psychotherapien
darstellt.
Die Fähigkeit zu mentalisieren hat jeder. Jedoch können wir oft gerade in den Situationen nicht darauf zurückgreifen, wo wir sie am meisten bräuchten: Um Missverständnisse zu verstehen, in Krisen und bei sehr starken Gefühlen, in für uns wichtigen
Beziehungen, bei Verarbeitung von Traumata oder in Psychotherapien.
Das Mentalisierungskonzept und seine therapeutische Anwendung („MBT“) ist eng verwoben mit der Bindungstheorie, anschlussfähig an aktuelle Vorstellungen zur Entwicklung der Affektregulation und des Selbst sowie von Störungen der Persönlichkeit und Emotionsregulation. Es ist auch für sozialpädagogische und pädagogische Tätigkeitsfelder von Bedeutung (sozial-evolutionär-kommunikatives Entwicklungsmodell).
Im Seminar werden zunächst die Grundlagen des Konzeptes dargestellt, mit Fokus auf die Entstehung psychischer „Struktur“ im Verlauf der kindlichen Entwicklung mittels „sozialen Biofeedbacks“. „Kipp-Punkte“ sind situative Zusammenbrüche der Mentalisierungsfähigkeit, mit den Folgen rigid-unresonanter Beziehungsgestaltung sowie Teufelskreisen
sich wechselseitig steigernder dysfunktionaler Begegnung.
Dargestellt werden auch Anwendungen in klinischer und ambulanter sozialpädiatrischer Diagnostik und Therapie. Diese erfolgt in einem familienorientierten multidisziplinären Setting (Elterngruppe, Kindertherapie). Ein klinischer Fokus wird auf den Themenkomplexen „Kinder von Eltern mit psychischer Erkrankung“ sowie kindliche „Störungen der Affektregulation“ liegen.

